Auf in die Natur – Großschutzgebiete Rügen

Königstuhl

Nationalpark Jasmund

Nordöstlich der Insel beginnend liegt der Nationalpark Jasmund, dieser beinhaltet auch die für Rügen so bekannte Kreideküste und den Königsstuhl. Es ist der kleinste der insgesamt 14 Nationalparks in Deutschland, wird auch Stubnitz genannt und ist ein zusammenhängendes Waldgebiet auf der Halbinsel Jasmund. Die Größe beläuft sich auf etwa 3000 Hektar. Im Jahr 1926 wurde dieses Gebiet als Naturschutzgebiet erklärt. Ursprünglich wurde auch in diesem Bereich Kreide abgebaut, was in einem Naturschutzgebiet jedoch nicht mehr der Fall ist. Am 12. September 1990 wurde das Naturschutzgebiet um die Kreidefelsen zum Nationalpark erklärt.

Der Nationalpark zeichnet sich durch seinen Baumbestand mit etwa 80% flachwurzelnde Rotbuchen aus. Heutzutage stehen in der Stubnitz auf über 50% der Landfläche Buchen im Alter von etwa 80 Jahren und älter. Die nachweislich ältesten Buchen befinden sich mit über 240 Jahren nördlich des Königsstuhls in der Teufelsschlucht. Seit dem 25. Juni 2011 gehört ein Teil des Buchenwalds zum UNESCO-Welterbe. Des Weiteren befindet sich die höchste Erhebung der Insel Rügen in diesem Nationalpark, der 161,1 m hohe Piekberg.

Baumkrone Rügen

Der Piekberg ist die fünfthöchste Erhebung Mecklenburg-Vorpommerns, jedoch durch die allgemein hohe Lage der Umgebung kaum optisch abhebend. Abseits der für Touristen ausgewiesenen Pfade ist er ohne detaillierte Wanderkarte kaum zu finden, da kein Wanderweg oder Ähnliches dorthin führt. Die Landesstraße 303 zwischen Lohme und Sassnitz verläuft östlich des Piekberges teilweise durch den Nationalpark Jasmund.

Um den Nationalpark Jasmund zu erreichen, wird geraten, auf den dafür vorgesehenen Parkflächen in Hagen zu parken. Das Tagesticket kostet 5,50 Euro und Wohnmobil-Stellplätze sind selbstverständlich auch vorhanden. Des weiteren werden von Mai bis Oktober kostenlose Wanderungen mit einem Nationalpark-Ranger angeboten. Diese beginnen täglich am Parkplatz in Hagen.

Weitere Informationen erhaltet Ihr auf:

http://www.nationalpark-jasmund.de

http://www.koenigsstuhl.com/willkommen/

Kreidefelsen

Biosphärenreservat Südost-Rügen

Südöstlich liegt das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Das Reservat erstreckt sich vom Ostseebad Binz beginnend über das Waldgebiet der Granitz, der Halbinsel Mönchgut, den Raum um Putbus, die Insel Vilm und den Nordteil des Greifswalder Boddens bis zurück nach Binz. Zusammengefasst hat es eine Fläche von ca. 22.800 Hektar. Das Biosphärenreservat Südost-Rügen wurde 1990 gegründet und 1991 mit der Anerkennung durch die UNESCO in das Weltnetz des MAB-Programmes aufgenommen.

Land und Meer hängen hier tief zusammen. Halbinseln und Küstenvorsprünge werden einerseits durch schmale Landstreifen miteinander verbunden, andererseits aber durch Bodden und Wieken voneinander getrennt. Feinsandige, breite Sandstrände an der Ostseeküste zwischen Binz, Granitz, über die Halbinsel Mönchgut, bis nach Thiessow wechseln mit schroffen Steilküsten.

Neben der einzigartigen Natur ist das Reservat auch durch seine kulturelle Vielfalt außergewöhnlich: Der Mensch hat über einen langen Zeitraum seine Spuren hinterlassen. Überbleibsel menschlicher Siedlungen und Kultur reichen von den mittelalterlichen Kirchen über Großsteingräbern der Jungsteinzeit, den bronzezeitlichen Hügelgräbern, die slawischen Burgwälle und Dorfstrukturen, den Klassizismus und die Bäderarchitektur bis in die Moderne. Sehr besonders ist das Erbe des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit seiner Residenzstadt Putbus einen Höhepunkt des norddeutschen Schinkel-Klassizismus schuf und weite Teile der Rügenschen Landschaft prägte.

Besonderes Augenmerk fällt auch auf die Insel Vilm im Greifswalder Bodden: Seit mehreren Jahrhunderten konnte sich hier die Natur nahezu ungestört entwickeln. Das Naturschutzgebiet gehört daher zur Kernzone des Biosphärenreservats. Außerdem gibt es auf Vilm nur wenige Häuser. Zu DDR-Zeiten machten hier hochrangige SED-Politiker Urlaub.

Weitere Informationen erhaltet Ihr auf:

http://www.biosphaerenreservat-suedostruegen.de

http://www.unesco.de/suedostruegen.html

Wald Rügen

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Westlich von Rügen befindet sich der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der sich über die „Lagunen des Nordens“ bis zum Darß erstreckt. Die Besonderheit hier: Ein Großteil des Nationalparks ist Wasser. In der Ostsee orientiert sich die Nationalparkgrenze an der Zehn-Meter-Tiefenlinie, geschützt sind somit alle innenliegenden Flachwassergebiete. Mit einer Fläche von rund 800 Quadratkilometern ist er der größte Nationalpark Mecklenburg-Vorpommerns und der drittgrößte in der Bundesrepublik. Ein weiteres Merkmal ist, dass es hier unterschiedlich starke Salzgehalte gibt. Daraus resultiert die ausgeprägte und reichhaltige Flora und Fauna. Auch dieser Nationalpark ist seit 1990 offizielles Schutzgebiet.

Die Insel Hiddensee nordwestlich der Insel Rügen genießt bei Naturliebhabern und Menschen, die einfach abschalten möchten, einen besonders hohen Stellenwert. Motorisierte Kraftfahrzeuge sind auf der Insel tabu. Das Einzige was man benötigt sind eine Kamera, Zeit und gegebenenfalls ein Fahrrad, um möglichst viel der Insel zu besichtigen. Kutschen werden jedoch zusätzlich auch angeboten. Zu entdecken gibt es: Neulandbildungen im Nordosten und Süden, außerdem abgetragene Sande, Kiese und Steine des Steilufers an der Nordspitze. Diese gehören zu den natürlichsten Gebieten und unterstehen speziellem Schutz. Hiddensee gilt als Vogelparadies und ist ein hervorragendes Beobachtungsgebiet.

Herbstliches Highlight: Kranichrastplätze in den Flachwasserbereichen zwischen Zingst auf dem Darß und Hiddensee. Auf ihrem alljährlichen Zug nutzen bis zu 60.000 Kraniche das Nahrungsangebot der Windwatten. Desweiteren bieten die Aussichtspunkte und Wege ein eindrucksvolles Landschaftspanorama.

Weitere Informationen erhaltet Ihr auf:

http://www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de

http://www.hiddensee.de

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